Die Brücke, gegründet 1965, ist Dachgemeinschaft deutschsprechender Klubs und Institutionen in Australien und Neuseeland.
Gründungszweck dieser Einrichtung war, die gegenseitige Verständigung der deutschsprachigen
Klubs in Australien und Neuseeland zu fördern, und um finanzielle Vergünstigungen für die Mitgliederklubs zu erwirken.
Diese Prinzipien gelten noch immer. Insgesamt gehören der Die Brücke 38 deutschsprechende Vereine und Institutionen mit über 10,000 Mitgliedern an. Die Brücke ist bemüht die Verbindung zwischen den Vereinen und ihrenMitgliedern zu fördern, die Mitgliederklubs bei der Bewältigung gemeinsamer Probleme zu repräsentatieren und eben eine Brücke zu sein zwischen den Klubmitgliedern, der australischen Bevölkerung und den deutschsprechenden Herkunftsländern.
Die Brücke betrachtet es als wichtige Aufgabe die deutsche Sprache zu fördern und die kulturellen Traditionen der Herkunftsländer unserer Mitglieder zu unterstützen. Traditionellen Festen in Australien wie das "Deutsches Sängerfest", das "Deutsches Tanzfest" und den traditionellen Tanzgruppen der Klubs wird finanzielle Unterstützung angeboten.
Unterhaltungsgruppen aus deutschsprechenden Ländern werden bei Anfrage unseren Mitgliederklubs empfohlen.
Die Brücke verfolgt keine politischen oder religiösen Ziele.
Die Brücke is the umbrella body for German speaking clubs and associations in Australia and New Zealand.
The primary aim of "the Bridge" is to promote a spirit of fellowship among all members of such clubs and associations and also between their members and their fellow Australian citizens. In other words to act as a bridge between clubs, club members and the wider Australian community.
Die Brücke also seeks to maintain the bonds with members' original countries in order to keep alive and cultivate the use of the German language and the best cultural traditions of members' countries of origin. In order to maintain these cultural traditions Die Brücke sees as its role to promote festivals of cultural importance to its members including those held in the countries of origin.
Die Brücke strives to represent member organisations in all matters of common interest in relation to the German language and the traditions of the German speaking countries.
Die Brücke has no political or religious affiliations.
Die zweite und dritte Generation gewinnen
"Wir wollen jetzt 'Die Brücke' wieder dahin bringen, wo sie einmal war", erklärte Vorstand der Brücke: Mit der Neuwahl des Vorstands der Dachoganisation aller deutschsprachigen Klubs in Australien und Neuseeland und der Ausrichtung auf die Belange der zweiten und dritten Generation soll dem zunehmenden Bedeutungsverlust entgegengewirkt werden.
Das Generationenproblem zu bewältigen ist besonders für Vizepräsident und Historiker Dr Ian Harmstorf OAM "die zentrale Frage". Harmstorf ist zugleich Präsident des größten Mitgliedsklubs, dem Süd-Australischen Allgemeinen Deutschen Verein (SAADV), in dessen Adelaider Klubhaus die Neuwahl des Brücke-Vorstands stattfand. Er verspricht sich von einem koordinierten Ideenaustausch zwischen den Klubs eine Lösung, wie die zweite und dritte Generation an der Pflege des kulturellen Erbes interessiert werden könne. "Jeder Klub muss seine eigene Lösung finden, doch durch den Gedankenaustausch zwischen den Klubs kann der Generationenwechsel sicherlich besser gelingen." Mit der Wahl von Josef Wendelberger, zugleich Vize-Präsident des Österreichischen Clubs Sydney, Forestville, zum neuen Vorsitzenden der Brücke werde die Problematik nun aktiv angegangen.
Wendelberger, in der 42-jährigen Geschichte der Brücke von bislang acht Vorsitzenden der dritte aus einem österreichischen Klub, möchte entsprechend "das Zusammengehörigkeitsgefühl der Klubs wieder stärken" und wird mit Stippvisiten Präsenz zeigen.
Renate Mayer, sieben Jahre Vorstandsmitglied der Brücke und Ehrenmitglied des SAADV, kennt noch genau Anfänge und Blütezeit der Dachorganisation. Sie selbst ist nach einer fünfjährigen Zwischenstation in London 1956 nach Australien ausgewandert, war seitdem jedoch 21 Mal wieder in Deutschland und unternahm mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann, Klaus Mayer OAM, zweimal eine Weltreise. Ihr Mann war 1965 auch Gründungsmitglied der Brücke und von 1980 bis 1987 deren Vorsitzender. Für sein Engagement erhielt er das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. "Gründungszweck dieser großartigen Einrichtung war, die gegenseitige Verständigung der deutschsprachigen Klubs in Australien und Neuseeland zu fördern, einer Inselmentalität vorzubeugen und finanzielle Vergünstigungen für die Mitgliedsklubs zu erwirken."
Die zumeist gut gestellten Präsidenten kannten sich in den 1980er-Jahren "alle persönlich, waren freundschaftlich in einem Netzwerk verbunden." Regelmäßige gegenseitige Besuche festigten die Verbundenheit und die jedes zweite Jahr stattfindenden Sport- und Volkstanzfeste waren Attraktionen. Durch die Brücke wurde sogar die Gründung des Deutsch-Kanadischen Kongresses (DKK) angestoßen. Doch in den 1990er-Jahren überschritt die Brücke ihren Zenit: "Der Geist, der Enthusiasmus, die Einigkeit, das Geld fehlten", erklärt Mayer. "Manche Klubs verhoben sich finanziell, die Brücke geriet ins Hintertreffen und wir verloren die Kindergeneration". Heute stelle sich deshalb die Zukunftsfrage mit Nachdruck.
Allerdings zeigten inzwischen vermehrt die Kindekinder Interesse an ihrer Herkunft. Entsprechend gelte es nun, die Situation zu stabilisieren und sich auf die "Belange der jungen Generation" einzurichten. So werde der neue Vorstand unter anderem, dem Beispiel des SAADV folgend, schon in Kürze mit einer umfangreichen Website online gehen. Auch die Kommunikation schließe dann die neuen Medien mit ein. Insgesamt kann sich die Brücke über 6170 Mitglieder freuen.
Olaf Konstantin Krueger DIE WOCHE in Australien
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